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Antrittsrede von Governor Altekrüger auf der DK

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Lesen Sie die Antrittsrede von Governor W. "Atze" Altekrüger auf der Distriktkonferenz am 4.6.2010 in Hamburg.

Der Mensch – gleich ob weiblich oder männlich – wird nicht als Rotarier geboren, nach Auswahl und Ernennung durch einen Club kann er es aber werden, indem er in der weltweiten Vereinigung der Rotarier intensive Freundschaft lebt, sich sozial engagiert , die rotarischen Werte verinnerlicht und die Regeln von Ri einhält.

Diese Forderungen gehören jedoch unabdingbar zusammen, im täglichen Leben und im Umgang miteinander! Ich wiederhole daher: Freundschaft und soziales Engagement sowie Beachtung der Werte und Einhaltung der  Regeln zeichnen den Rotarier aus!

Und gerade diese Verbindung macht auch den Wert der Zugehörigkeit zu dieser weltumspannenden Vereinigung gleich gesinnter Menschen aus, denn sozial engagiert sind andere Vereinigungen ebenso. Ich denke dabei besonders an kirchliche und anderweitige humanitäre Organisationen wie Malteser, Johanniter, Lions, Kiwanis, Zontas. Sie sind aus meiner Sicht absolut gleichwertig.

Nur alle diese sind keine Rotarier! IW zähle - obwohl eine unabhängige Organisation - gern zu Rotary hinzu.

Die Vorstellung meiner Person ist ja bereits während der großartigen Distriktkonferenz 2009 in Rendsburg erfolgt, wer sie nachlesen möchte, den verweise ich auf meine Homepage.

Nun zu einigen Aussagen von und über Rotary, die ich mir zu Eigen gemacht habe, und die den hier anwesenden Freundinnen und Freunden sicher gleichermaßen geläufig sind, zumal viele der hier Anwesenden viel länger Rotarier sind, als ich es bin; ich möchte sie an dieser Stelle dennoch herausstellen:

  • Rotarier sind weitaus besser geeignet für Taten als für Worte (1912).
  • Rotary´s höchster Zweck ist der Dienst an der Allgemeinheit; nie war er wichtiger als heute. Wo und wie man dienen soll, muss jeder (Club) selbst entscheiden…(1917 = Gründungsjahr der TRF).
  • Ist alles in Ordnung bei Rotary? Wenn ja, dann steh` Gott uns bei. Dann stehen wir vor dem Ende (1945). Dies besonders heute gesagt im Hinblick auf die laufende Diskussion über rotarischen Werte und über die der zukünftige Direktive an die Foundation(TRF).
  • Freundschaft heißt der Fels, auf den Rotary erbaut wurde, und Toleranz hält es zusammen.(1947)

Rotary ist eben eine Gemeinschaft von Freunden, das wird durch die vorangegangenen Aussagen besonders deutlich!

Der besondere Wert, Rotarier zu sein, liegt also vorrangig in der Freundschaft zwischen den Mitgliedern und hier in erster Linie zwischen denen im Club.

Freundschaft setzt Vertrauen voraus, und gelegentlich bedarf es auch eines Freundschaftsbeweises.

An dieser Stelle möchte ich einen Satz einfügen, den mein Freund Rainer Späth, DG 1840 geprägt hat: Sorgen wir dafür, dass aus Mitgliedern Rotarier werden!

Um Missverständnisse zu vermeiden, muss an dieser Stelle jedoch auch betont werden, dass Rotary keine Sekte ist, Rotary will niemanden belehren oder bekehren, Rotary ist eine Gemeinschaft, die Ziele verfolgt, welche sie sich selbst gesetzt hat.

Rotary hat sich nach Gründung in 1905 ja sehr rasch zu einer globalen Organisation entwickelt, deren „Innere Ausrichtung“ sich an einem Wertesystem orientiert, welches weltoffen ist, jedoch auch nationale Interessen vertritt. Sogar die einzelnen Clubs legen berechtigte Eigeninteressen an den Tag, da die Probleme „vor Ort“ unterschiedlicher Natur sein können.

Rotary in Deutschland ist Teil einer freiheitlichen und pluralistischen Gesellschaft, die von vielfältigen Überzeugungen, Lebensentwürfen, religiösen und weltanschaulichen Bekenntnissen, Meinungen und Interessen gekennzeichnet ist und  zudem ständigen Entwicklungen und Veränderungen unterliegt.

Das Clubleben muss daher stets von Toleranz, Respekt und Höflichkeit getragen werden. Die Themen im Club dürfen die Freunde nicht entzweien.

Die Führung des Clubs muss mit Herz und Verstand erfolgen, und das tunlichst in dieser Reihenfolge!

Welches sind nun die angesprochenen Ziele von Rotary, die uns Rotariern geläufig sind, weil sie seit Jahren, besser seit Jahrzehnten unverändert bestehen.

Das wichtigste Ziel von Rotary ist die Dienstbereitschaft im täglichen Leben.

Rotary sucht diesem Ziel auf folgenden Wegen näher zu kommen:
  • Durch Pflege der Freundschaft als einer Gelegenheit, sich anderen nützlich zu erweisen.
  • Durch Anerkennung hoher ethischer Grundsätze im Privat- und Berufsleben sowie des Wertes jeder für die Allgemeinheit nützlichen Tätigkeit.
(Immer, wenn die Medien eine Person negativ ins Licht stellt, greife ich zu unserem Mitgliederverzeichnis und bin erleichtert, wenn ich die Person nicht als Rotarier finden kann.)

Ich belasse es bei Nennung dieser zwei grundsätzlichen Ziele und komme zu persönlichen Aussagen.

Während der Teilnahme an einem „rotarischen Frühstück“ im Restaurant der hiesigen Handelskammer – eine großartig gestaltete Veranstaltung, deren Teilnahme ich allen Rotariern nur wärmstens empfehlen kann -  bemerkte ein  rotarischer Freund: Wir freuen uns auf Sie und versprechen uns durch Sie Neuerung im rotarischen Leben.

Durch ein solches Kompliment ist man zunächst einmal gerührt und muss sich auf eine Antwort sehr konzentrieren, also fragte ich, was dieser Freund denn so an Neuerungen erwartet.

Er meinte, man solle die Verfahren von RI den hiesigen Gepflogenheiten anpassen und auf jeden Fall verbessern.

Ich werde diesen Punkt bei den Clubbesuchen, auf die ich mich sehr freue, gern ansprechen, an dieser Stelle jedoch nicht.

Was ich jedoch – wie meine verehrten Vorgänger - mit neuem Elan erfüllen möchte ist, die Freundschaft durch Rat und Tat neu beleben!

Ich denke, ich erhalte bei den Clubbesuchen derart viele Anregungen zu diesem Thema, die ich entsprechend weitergeben kann, ggf. im Monatsbrief.

Heute bereits kann ich jedoch fordernd sagen, wer die Freundschaft neu beleben möchte, der fördere in seinem Club die Hands-on-Projekte und binde damit möglichst viele Clubmitglieder ein!

Die aktuellen Ziele von Rotary sind gar nicht so einfach auszumachen, es werden bei Rotary m. E. zu viele und zu große Worte gemacht, wodurch manches undeutlich wird. In unterschiedlichen Dokumenten stehen die Ziele zudem an sehr verschiedenen und dadurch gelegentlich etwas versteckten Stellen.

Da gibt es z. B. die „Big Three“ (langfristige Ziele)
  • Ernährung,
  • Gesundheit und
  • Bildung.
Da gibt es z. B. den „Strategieplan“ mit dem bekannten Motto: Selbstloses Dienen. Daraus ergeben sich die Ziele:
  1. Unterstützung und Stärkung der Clubs zur Umsetzung von RI-Zielen (und das sind – wie gesagt -  viele, da muss man schon genau hinschauen).
  2. Konzentration auf Zielgebiete (areas of focus), die von RI festgelegt werden und Ausweitung der Humanitären Dienste dort.
  3. Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit, um die Wahrnehmung RIs zu verbessern.

Sie sehen es besonders ausgedrückt in dem letztgenannten Punkt, RI verändert sich, nicht zuletzt bewirkt durch die leitende Position bei Polio-Plus.

Ich werde das Thema “Öffentlichkeitsarbeit“ gern während meiner Clubbesuche mit Ihnen erörtern wollen.

RI versteht sich jetzt als „global player“, RI als Organisation sieht sich als „global network“ mit einer Zentrale in Evanston.

Man kann diesen Aussagen ohne Zweifel folgen, denn sie drücken ja nur in moderner Sprechweise aus, was seit Jahren Fakt ist.
Machen wir uns jedoch unserer Besonderheit bewusst, dass wir Vertreter sehr vieler Berufe in unserer Reihen finden, dass wir den Dialog zwischen Freunden unterschiedlicher Berufe pflegen können, wer sonst kann das schon?!

Und wir können auf diese Weise – aufbauend auf der seit 1905 geschaffenen weltweiten Reputation – unsere Ethik/Werte in viele Bereiche der Berufe einbringen, sehr zur Verbesserung der jetzigen Lage, besonders in der Wirtschaft und im Bankengewerbe.

Dies ist natürlich eine langfristige, eigentlich immer währende Aufgabe.

Hinsichtlich des aufwändigen und bereits lang andauernden Projekts „Polio Plus“  gibt es die Aussage des neuen Chefs der TRF, C. W. Stenhammer, die er während der IA 2010 in San Diego öffentlich machte, sie lautet:
Polio war, ist und bleibt unser Top-Priority-Thema, bis der Job erledigt ist!

Frage: Wann wird dieser Zeitpunkt erreicht sein? Ärzte sagen, dass es keine wirklich abschließende Ausrottung geben kann, Reste bleiben immer, neuere Formen können entstehen. Also wann ist der Job erledigt, der so viel Aufwand erfordert, dass er weiterhin mit erster Priorität wahrgenommen werden muss?

Während der Veranstaltung GETS/ Institute, welches im vergangenen Jahr in Paris stattfand, ist diese Aussage bereits ebenfalls getroffen worden.
In Deutschland hat man hierzu eine differenzierte Auffassung, so konnte ich es in vielen Gesprächen erfahren.

Ich habe seinerzeit im Plenum beim GETS/Institute meine in Deutschland gewonnenen Kenntnisse dergestalt artikuliert, dass ich gesagt habe: Unterstützung für Polio Plus uneingeschränkt bis 2012, danach bitte mit zweiter Priorität.

Man hat meine Äußerung unwidersprochen im Raum stehen lassen, meine DGE-Mitstreiter – und nicht nur die deutschen - haben mir in Paris jedoch überwiegend Applaus gezollt!

Ich habe meine Auffassung während der IA in San Diego während der Seminare wiederholt und dabei ebenfalls weitgehende Zustimmung erfahren, natürlich nicht von Vertretern der Foundation.

Ich würde dieses Thema bei den Clubbesuchen gern einmal im dortigen Plenum zur Diskussion stellen, um die Auffassung der hiesigen Freunde zu erfahren und meine Meinung zu festigen oder ggf. zu ändern.

Auch das im Zusammenhang mit Polio Plus durchscheinende Thema „Einwerben von Geldmitteln“ möchte ich nicht  heute hier im Plenum, sondern gern während der Clubbesuche erörtern; dann aber auch – wenn notwendig -  kräftig kontrovers!

Eine, mir gemäß Katalog zugeschrieben Aufgabe möchte ich gern erfüllen, nämlich, ich würde der Forderung nach Mitgliederzuwachses dahingehend nachkommen wollen, indem in meiner Amtszeit zumindest ein neuer Club gegründet wird; ich rechne dabei sehr auf die Unterstützung durch die bestehenden Clubs aber besonders auf die Unterstützung durch die aktiven Assistant Governors, Peter Gerbert, Siegfried Speer, Norbert Schütte, Harald Piepgras und Herbert Schwiegk, die eine schwierige Aufgabe „zwischen Baum und Borke“ wahrzunehmen haben.

Sie sind jedoch alle erfahrene Rotarier, ehemalige Amtsträger auf Clubebene und Mitglieder im Distriktbeirat; ich bin davon überzeugt, dass sie ihre Aufgaben angemessen wahrnehmen werden!

Fazit: Es wird  nicht so einfach sein, die Ziele zu erreichen!

Aber gerade in der Vielfalt der Aufgabenwahrnehmung, besonders durch die Clubs liegt auch der Reiz für die Arbeit in dieser weltweiten/weltumspannenden und großartigen Vereinigung von mehr denn 1,2 Mio. Menschen.

Lassen Sie mich daher schließen mit Worten unseres Präsidenten RI für das rotarische Jahr 2010-11, Ray Klinginsmith, die er uns während der IA mit auf den Weg gegeben hat und den Sie, liebe Freundinnen und Freunde, auf diese Weise etwas näher kennen lernen und wodurch Sie möglicherweise auf die kommenden Conventions in Montreal in 2010 und New Orleans in 2011 neugierig werden, Präs. Ray sagte:

„Es war eine wunderbare Woche. Eine kleine Modellwelt, in der Rotarier aus aller Welt in Frieden und Harmonie an ihren Plätzen arbeiteten. Das Hotel verwandelte sich in dieser Woche dank des rotarischen Geistes auf magische Weise. Dank eines Geistes der Freundschaft und des Dienstes, der sich um den Globus ausgebreitet hat, und der doch einfach dadurch entstand, dass ein Mann seine drei Freunde einlud, um sich mit ihnen seine Idee eines Service-Clubs zu besprechen, der nur auf Freundschaft basieren sollte.

Was für eine einfache Idee, was für ein machtvolles Konzept!

Wir sind die Erben dieser Idee, die Paul Harris vorschlug, und es gibt Millionen anderer Menschen, denen unsere Dienst-Programme geholfen haben.
(...) um meinem eigenen Rat, Rotary einfach zu halten, zu folgen, und im Snne meiner Cowboy-Logik ist es am einfachsten, wenn wir das, was wir am Besten können, durch 4 einfache Worte ausdrücken: Gemeinschaften bilden - Kontinente verbinden.“

Ich bin froh, dass meine, beim hiesigen PETS genannten persönlichen Ziele – die ich ohne vorherige Kenntnis des Mottos de Präs RI formulieren musste – nämlich
  • Förderung der Freundschaft und
  • Bildungsförderung = Sozialförderung sich gut in das Motto unseres Präs RI einbinden lassen.

Abschließend möchte ich mich an dieser Stelle bedanken für all die Unterstützung, die ich im Laufe der Vorbereitung auf dieses Amt erfahren habe. Ich möchte dies tun
  • bei den PDGs, die mich gewählt haben, auf deren Linie ich mich bewegen möchte,
  • bei meinem Vorgänger,
  • bei meiner Frau und der Familie, die mir den notwendigen Freiraum ermöglicht hat,
  • bei den Mitgliedern des Beirats, ohne deren Unterstützung kein DG arbeiten kann, und last but not least
  • bei meinen Clubmitgliedern, besonders beim PP Wolfgang Herzberg sowie den Distriktsekretären PP Jens-Uwe Köster und PP Peter Hoffmann.

Für meine Aufgabenwahrnehmung im rotarischen Jahr 2010-11 bitte ich alle Freundinnen und Freunde um einen gehörigen Vertrauensvorschuss.

Ich freue mich auf die Wahrnehmung meiner Aufgabe, in Sonderheit auf die kommenden Clubbesuche und dabei besonders auf die Gespräche mit den Freundinnen und Freunden!

Und ich bitte Sie, sich ebenfalls auf diese, unsere gemeinsame Zeit zu freuen!

Donnerstag, 1. Juli 2010/DICO


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